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„Ja, aber…“ – Lassen Sie sich von Bedenkenträgern nicht bremsen!




 

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Sie sind die Bremsklötze in Unternehmen und Projekten: Zweifler und Zauderer. Kaum hat man mal eine neue Idee geäußert, einen ungewohnten Weg aufgezeigt oder einfach mal etwas (anders, unplanmäßig, unvorbereitet…) gemacht, geht es auch schon los. „Ja, aber was ist, wenn das nicht klappt? Das muss aber erst genau abgewogen werden. Das hatten wir aber ganz anders geplant. Das verletzt aber den Prozess. Das kann aber auch nach hinten losgehen. Usw.

Bedenkenträger vom Dienst

Sicher ist: Die Bedenkenträger vom Dienst haben immer ein „aber“ parat und finden garantiert 1.000 Gründe, warum irgendetwas nicht gedacht und schon gar nicht getan werden sollte. Sie analysieren gern, und mit Vorliebe analysieren sie Ideen und Initiativen zu Tode. Auch unser setzweinblog – mittlerweile einer der wichtigsten und meist gelesenen (Projekt)management-Blogs im deutschsprachigen Raum – wäre vor 5 Jahren nicht an den Start gegangen, hätten wir auf gewisse Bedenkenträger gehört.

Mich erfasst in solchen Situationen regelmäßig eine Mischung aus Unbehagen und Wut. Denn was mir da entgegenschlägt ist eine Unbeweglichkeit, die die Luft abschnürt und Kopf wie Glieder gleichermaßen lähmt. Die reinste Totenstarre.

 Ins Gelingen verliebt sein

Entwicklung und Wachstum sind nur möglich, wenn man sich bewegt. Wer nicht einfach mal etwas Neues ausprobiert ohne immer gleich an alle möglichen Konsequenzen zu denken, wer nicht seiner Intuition folgt, ohne die dagegen sprechenden „objektiven“ Gründe auch mal in den Wind zu schlagen, der kommt nicht voran. Es hilft, sich damit anzufreunden (und nicht nur abzufinden), dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist. Es hilft, ins Gelingen verliebt zu sein – und nicht ins Scheitern, wie einst Ernst Bloch formulierte.

Als Unternehmerin bin ich gewohnt, in Chancen zu denken. Das bedeutet, dass ich zuerst und vor allem die Chancen sehe, die in einer Idee oder Aktion stecken. Während Menschen, die bevorzugt in Problemen denken, zuerst und vor allem die Schwierigkeiten sehen. Das unterscheidet Chancensucher von Problemaufzeigern.

 Problemaufzeiger sind keine Lösungsfinder

Mein Problem mit den Problemaufzeigern ist, dass sie über das Aufzeigen von Risiken und Hindernissen meist nicht hinaus kommen. Sie legen zwar den Finger in die (vorhandenen oder vermeintlichen) Wunden, einen Beitrag zur Lösung leisten sie jedoch höchst selten. Was hilft es mir denn, wenn ich weiß, wie das Problem von links und rechts, von oben und unten genau aussieht? Es ist doch längst eine Binsenweisheit, dass Lösungen aus diesem Wissen eben nicht geschöpft werden. Statt dessen ist Kreativität gefragt, braucht man Spielräume im Kopf, müssen Gedanken ihre Richtung ändern können.

 „Ja, genau – und…“ – kleine Übung mit großer Wirkung

Auf unserem letzten Betriebsausflug haben wir eine tolle Übung kennengelernt, die genau in die oben angesprochene Kerbe schlägt. Die Übung heißt „Hollyood-Kantine“ und funktioniert wie folgt: Je zwei Personen versetzen sich in die Rolle von Hollywood-Regisseuren, die sich zufällig in der Kantine begegnen. Einer hat eine Idee für einen neuen Film und beginnt mit einem ersten Satz. Abwechselnd „spinnen“ beide begeistert weiter, indem sie ihren nächsten Satz mit „ja, genau – und…“ beginnen. Ein solcher Dialog könnte z.B. so aussehen: „In meinem neuen Film werde ich Angelina Jolie zum Mond schießen.“ „Ja, genau – und dort wohnt sie in einem Gewächshaus mit lauter Killertomaten.“ Ja, genau – und diese Tomaten werden vom Geheimdienst überwacht. Usw. usw.

Diese Übung kann auf alle möglichen Situationen im Business übertragen werden, in denen Kreativität gefragt ist. Sie trainiert die Phantasie, das Ja-Sagen (im positiven Sinne!) sowie die Fähigkeit, sich ohne vorgefertigten Plan oder festes Analyseschema zu bewegen.

Ersetzen Sie doch das allzu oft in den Ohren klingende „ja, aber…“ einfach mal durch ein „ja genau – und…“ Viel Spaß dabei!

Zum Weiterlesen:
Don’t worry – be happy! Positive Psychologie in Projekten
Keine Macht den Negaholikern

 

 

Quelle Foto: © kebox – Fotolia.com

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