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Classic vs. Agile – Project Management in a Nutshell




 

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Agiles Projektmanagement wurde erstmalig vor 20 Jahren entwickelt und erst in diesem Jahrtausend manifestiert. Dies mag wie ein großes Zeitfenster wirken, jedoch arbeiten bis heute viele Unternehmen nach wie vor mit klassischen Projektmethoden oder haben lediglich Ansätze von agilem Projektmanagement umgesetzt, ohne diese mit der für einen grundlegenden wirtschaftlichen Nutzen notwendigen Disziplin zu verfolgen.

Bei einer Gegenüberstellung lässt sich jedoch schnell das Potenzial erahnen, welches sich in der konsequenten Anwendung von Agilität verbirgt:

Klassisches Projektmanagement Agiles Projektmanagement
Verhinderung von Änderungen durch sorgfältiges Planen Geplanter Umgang mit Änderungen
Planung auf taktischer Ebene Planung auf strategischer Ebene
Organisation „von oben“ Selbstorganisation
Hauptverantwortung liegt im Plan Eigenverantwortung des Teams

Klassisches Requirements Engineering

In der traditionellen Softwareentwicklung werden Anforderungen bereits zu Beginn umfänglich erhoben und im Detail beschrieben. Erst im Anschluss findet die technische Umsetzung in diversen Einzelschritten (Analyse, Spezifikation und Programmierung) statt. Im Laufe der Fertigstellung werden die Entwicklungsfortschritte regelmäßig überprüft und abgenommen.

Folgende Nachteile existieren bei dieser Vorgehensweise, die sich mit gehobener Komplexität der Projekte umso negativer auswirken:

  • Nichtberücksichtigung von erst später sich verändernden Rahmenbedingungen
  • Inflexibilität und verzögerte Reaktion auf Fehlentwicklungen
  • Verschwendung von Ressourcen bei Neupriorisierungen
  • Erhöhung von Fehlschätzungen bei der Planung aufgrund zu unübersichtlicher Arbeitspakete
  • Ausblendung unerwarteter Probleme und Einflüsse
  • Aufbau eines unübersichtlichen und schwer zu priorisierenden Anforderungsbestandes
  • Informationsverluste durch Übergaben und sich verändernde Zuständigkeiten
  • Erstellung von nicht zielführenden Funktionen
  • Unausgeglichener Arbeitsanfall und Überlastungen
  • Ineffizienz und Ineffektivität

Grundsätze agiler Arbeitsmethoden

Agilität hilft die vorstehenden Nachteile durch die tiefe Integration in die projektbezogenen Prozesse der folgenden Komponenten nicht vollständig zu eleminieren, jedoch auf einen Bruchteil zu reduzieren:

  • Iterativer Ansatz, Timeboxing
  • Priorisierung von Anforderungen
  • Fokus auf den wirtschaftlichen Nutzen von Anforderungen
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Kunden
  • Interdisziplinäres verantwortliches Team
  • Transparenter Status
  • Kontinuierliche Prozessverbesserung
  • Veränderungen sind Teil des Prozesses
  • Collective Code Ownership
  • Auslieferbares Produkt am Sprintende

Unternehmen, die bislang ausschließlich mit klassischen Projektmanagement gearbeitet haben, benötigen einen weitgehenden kulturellen Wandel bei dem Übergang zu agilen Methodiken, da sich diese grundlegend von herkömmlichen Arbeitsweisen unterscheiden.

Praxisbezogene Beispiele zu agilen Arbeitsmethoden finden Sie hier:

Quelle Foto: © alphaspirit – Fotolia.com

| 2 Kommentare

  • J. Ludwig

    Agile Methoden sind für mich ein Muss in der heutigen Zeit. Die Mitarbeiter sind eigenverantwortlicher und können daher auch mehr Kreativität einbringen. Die bessere Kommunikation zum Kunden bring außerdem die Chance für Mitarbeiter, eher zu verstehen, was dieser möchte. Agile Methoden sind allerdings nicht ganz einfach umzusetzen, da sie viele Komponenten enthalten und, wie du so schön gesagt hast, oft die Disziplin fehlt es kontinuierlich durch zuziehen. Wir haben bei uns im Startup-Blog auch einen kleinen Artikel zu diesem Thema geschrieben, aber eher aufgezählt was agiles Projektmanagement ist und welche Komponenten durchlaufen werden. Das wäre vielleicht eine gute Ergänzung zu deinem Vergleich. Hier ist der Artikel: https://blog.zenkit.com/agile-project-management-a-beginners-guide-cf2a574f9c3c

  • setzwein

    Vielen Dank für die lesenswerte Ergänzung.

 
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