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IT-Fachkräfte – welche Jobs sind am schwersten zu besetzen?




 

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Deutsche Unternehmen haben es derzeit schwer, ihre offenen Stellen im IT-Bereich zu besetzen. Der Bedarf an qualifizierten MitarbeiterInnen kann in manchen Bereichen kaum gedeckt werden. Welche IT-Jobs aktuell am schwersten zu besetzen sind, hat das Karriere-Portal Indeed ermittelt. Angeführt werden die Top 20 der am schwersten zu besetzenden IT-Jobs von den Senior SoftwareentwicklerInnen. Hier müssen die Unternehmen am längsten suchen, um passendes Personal zu finden. Fast 40% der Stellen in diesem Bereich bleiben mehr als 60 Tage ausgeschrieben, bevor sie besetzt werden. Am einfachsten sind dagegen IT-ProjektmanagerInnen zu finden; sie sind das Schlusslicht der Rangliste. Von den Job-Angeboten für Projektmanagement bleiben nur 30,5% länger als 60 Tage ausgeschrieben. Im Einzelnen sieht die Liste der Top 20 so aus:

  1. Senior Softwareentwickler/in
  2. Wirtschaftsinformatiker/in
  3. IT-Prozess- und Service-Management
  4. IT-Consulting
  5. Systemingenieur/in
  6. Software Engineer
  7. Software Test Engineer
  8. UX Designer/in
  9. Application Engineer
  10. Full Stack Developer
  11. Software Architect
  12. IT-Systemkaufmann/frau
  13. Senior System Engineer
  14. Data Scientist
  15. SAP Consultant
  16. System Engineer
  17. Senior Softwareentwickler/in Java
  18. Softwareentwickler/in C#
  19. Softwareentwickler/in
  20. IT-Projektmanager/in

Diese Liste ist das Ergebnis einer Auswertung von Stellenausschreibungen. Aufgenommen wurden nur Jobtitel, die mindestens 200 Mal ausgeschrieben wurden. Dann wurde geschaut, wie lange diese Stellen auf dem Markt sind; als Grenze wurden 60 Tage festgelegt. Die Aussagekraft dieser Aufstellung ist ganz klar begrenzt. Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Studie. Dennoch gibt sie Hinweise auf Tendenzen, die auch wir bei unseren Kunden so wahrnehmen. Noch vor fünf Jahren sah z.B. die Lage bei den ProjektmanagerInnen ganz anders aus.

Einige schwer zu besetzende Positionen tauchen unter den Top 20 gar nicht explizit auf, so etwa Stellen im Bereich IT-Security. Hierzu hat Indeed separate Daten einer Studie aus 10 Ländern veröffentlicht. Demnach bremst die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in Sachen IT-Sicherheit den technologischen Fortschritt vor allem in Deutschland geradezu aus. Am stärksten wächst derzeit der Bedarf an „Hackern“ – hier stieg die Nachfrage in 2016 um 84% an. IT-Sicherheitsingenieure und IT-Sicherheitsberater gehören mit zu den gefragtesten Fachkräften auf dem IT-Arbeitsmarkt.

Das gilt auch für Führungspositionen, die häufig gar nicht erst ausgeschrieben werden. Gute Führungskräfte für die Linie zu finden, CTOs oder IT-Leiter zum Beispiel, ist für die betreffenden Unternehmen meist eine Angelegenheit von vielen Monaten. Heerscharen von Headhuntern und Personaldienstleistern können daran wenig ändern. Es fehlen geeignete Kandidaten – und eine Entspannung ist nicht in Sicht. Denn die Bereitschaft, Führungsverantwortung zu übernehmen, ist bei den nachrückenden, jüngeren KollegInnen nicht sehr ausgeprägt (Feelgood statt Führung – wie unsexy sind Führungspositionen?).

Die Gründe für den Fachkräftemangel werden immer wieder heiß diskutiert. Der „demografische Wandel“ allein verursacht das Problem jedenfalls nicht. Teilweise ist der Mangel hausgemacht, weil die Unternehmen zu wenig in die Aus- und Weiterbildung von MitarbeiterInnen investieren – und damit sind nicht nur finanzielle Ressourcen gemeint. Auch fehlt es häufig an Alumni-Netzwerken, aus denen passende Kräfte rekrutiert werden könnten. Kritisiert werden außerdem zu hohe Anforderungen in den Stellenausschreibungen. Die geforderten Qualifikationen passen nicht immer zu den Anforderungen, die eine Position in der Praxis wirklich mit sich bringt. Abstriche bei der Qualität des Personals zu machen, ist aus meiner Sicht allerdings keine gute Idee. In manchen Fällen könnte die Qualifikation aber z.B. durch training-on-the-job angepasst werden.

Es bleibt spannend, wie sich der Markt in den nächsten Jahren weiter entwickeln wird, und auch, wie sich IT-Berufsbilder im Zuge der Digitalisierung wandeln werden. Im Projektmanagement kann man das heute schon gut sehen: IT-ProjektmanagerInnen werden immer mehr zu Begleitern und Treibern von organisatorischen Wandlungsprozessen. Immer wichtiger wird ihr Blick auf’s große Ganze, die übergeordnete Strategie, die Verantwortung für geschäftliche Ziele.

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Quelle Foto: @ Brad Pict – Fotolia.com

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