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„Am Ende des Tages“ – Abschlussmethoden für Workshops und Seminare




 

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Was am Ende eines Workshops oder Seminars beim Einzelnen im Gedächtnis bleibt und „mitgenommen“ wird, hängt auch davon ab, wie die Veranstaltung methodisch abgeschlossen wird. Meistens kommen Feedbackformate zum Einsatz, z.B. als Blitzlicht oder Bewertungsbogen. Hier erhält vor allem die Seminarleitung wichtige Hinweise darauf, wie Form und Inhalte bei den TeilnehmerInnen angekommen sind und was künftig verbessert werden kann. Bei internen Arbeitssitzungen geht es zum Abschluss meist vorrangig darum, die Ergebnisse festzuhalten. Idealerweise werden hier in einem Aktionsplan nächste Schritte, Termine und verantwortliche Personen definiert.

Wie aber bringt man Menschen dazu, das Erarbeitete und Gelernte für sich ganz persönlich zu reflektieren und zu bewerten? Blitzlichter und andere Feedbackformate sind dafür eher ungeeignet. In diesem Beitrag möchte ich daher drei Methoden vorstellen, die genau das leisten:

  • eine Reflexion der Inhalte,
  • die Herstellung eines persönlichen Bezugs
  • und damit eine Vertiefung der Erkenntnisse und Lerneffekte.

1. Summary Matrix

Auf diese Methode bin ich bei „Business Events Denmark“ gestoßen. Sie ist leicht durchzuführen und kann individuell abgewandelt werden. Je nach Seminargröße werden die TeilnehmerInnen in Gruppen à 2-5 Personen aufgeteilt. Ich empfehle möglichst kleine Gruppen mit max. 3 Personen. Für jede Gruppe benötigt man ein Flipchart bzw. eine Moderationswand und Stifte. Die Matrix besteht aus vier Feldern:

Geben Sie den Gruppen etwa 15-20 Minuten Zeit, das Seminar bzw. den Workshop zu reflektieren und gemeinsam die Tabelle auszufüllen. Anschließend werden die Notizen im Plenum kurz vorgestellt und bei Bedarf besprochen. Man kann die Summary Matrix auch als Stillarbeit auf dem Schreibblock jedem Einzelnen überlassen, ohne die Ergebnisse anschließend zu teilen. So entfallen zwar die Vorteile der Diskussion, doch die Reflexion ist vielleicht ehrlicher und persönlicher.

2. Brief an mein zukünftiges Ich

Bei dieser Methode handelt es sich um eine Einzelarbeit, bei der sich die TeilnehmerInnen an ruhige Orte zurückziehen und einen Brief an ihr künftiges Ich in einigen Monaten verfassen. Sie brauchen dafür Schreibpapier, Stifte und Kuverts. Zur Orientierung sollten den Briefeschreibern einige Fragen an die Hand gegeben werden, z.B.

  • Was habe ich mir heute vorgenommen?
  • Was möchte ich bis Monat XY verändert haben?
  • Was werde ich bis Monat XY aus dem Seminar umgesetzt haben?
  • Wie möchte ich mich bis Monat XY weiterentwickelt haben?
  • Was möchte ich bis Monat XY ausprobiert haben?

Die Fragen können und sollten auf das jeweilige Thema des Seminars oder Workshops abgestimmt werden.

Mülltonne und Rucksack

Wer es plastisch mag, liegt mit diesem Vorgehen richtig. Schieben Sie am Ende der Veranstaltung einen großen Mülleimer in den Raum und hängen Sie einen Tourenrucksack auf, z.B. an einem Flipchart. Bitte Sie nun die TeilnehmerInnen, auf Moderationskarten zu notieren, was sie gerne „in die Tonne treten“ möchten, also was sie zurücklassen wollen, was nicht hilfreich oder vielleicht sogar hinderlich war. Diese Karten wandern in den Mülleimer. Anschließend notieren alle, was sie aus dem Seminar gern mit nach Hause nehmen möchten. Diese Karten kommen in den Rucksack. Sie können die TeilnehmerInnen bitten, ihre Karten vorzulesen, bevor diese entsorgt bzw. für den weiteren Weg gesichert werden, oder die Karten werden anonym eingeworfen und anschließend gemeinsam im Plenum aufgehängt.

Wenn Sie auf real existierende Mülltonnen und Rucksäcke verzichten möchten, präparieren Sie einfach zwei Moderationswände mit entsprechenden Zeichnungen oder Symbolen. Die beschrifteten Moderationskarten werden dann von den TeilnehmerInnen selbst auf die entsprechende Tafel geheftet und kommentiert.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren und freue mich über weitere Tipps und Anregungen.

Zum Weiterlesen:

Quelle Foto: @mipan – Fotolia.com

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