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Kluge Lösungen finden: die Funktionale Methode




 

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ManagerInnen sind darauf trainiert, Lösungen zu finden. Das Motto „Es gibt keine Probleme, sondern nur Herausforderungen“ weist die Richtung, wie die Arbeit von ManagerInnen häufig bewertet wird. Je schneller man eine Lösung findet, desto besser ist man als Führungskraft. Auch bei mir selbst kann ich diese Sozialisation beobachten. Noch bevor mein Gesprächspartner sein Thema und mögliche Probleme geschildert hat, habe ich schon 5 mögliche Lösungen im Kopf. Zum Glück gelingt es mir – mit zunehmendem Alter immer besser – diese zunächst für mich zu halten.

Paradoxerweise generiert man mit dieser Verhaltensweise nämlich ein immer wiederkehrendes Problem, das eine kluge Problemlösung verhindert:

  • Man gibt sich und anderen nicht genug Zeit, mögliche bessere Lösungen zu finden.
  • Man dominiert die Diskussion und verhindert bessere Optionen von anderen GesprächsteilnehmerInnen.
  • Man hat eine „scheinbare“ Lösung, bevor man das Problem überhaupt richtig verstanden hat.

Den Weg für ein „klügeres“ Managementverhalten weist die funktionale Methode aus der Systemtheorie von Niklas Luhmann. Sie arbeitet mit den folgenden Ansätzen:

  • Betrachtet man komplexe Sachverhalte in Unternehmen oder auf den Märkten, so ist jedes scheinbare Problem zunächst einmal eine Lösung für ein Problem.
  • Die Welt ist so, wie ich sie als Managerin oder Manager gerade betrachte, stabil und hat sich in dieser Weise entwickelt.
  • Alles, auch mögliche Probleme, haben eine Funktion in der betrachteten Realität.

Daraus abgeleitet helfen mir die folgenden Fragen, bessere Lösungen für die Organisation mit meinem Team zu finden:

  • Welche Funktion hat das Problem?
  • Für welches Problem ist es eine Lösung?
  • Welche alternativen Lösungen gäbe es, die die gleiche Funktion liefern könnten?
  • Für wen ist die Funktion wichtig?
  • Wer weiß mehr über die Funktion und mögliche Alternativen?
  • Wie ist die Funktion eingebettet, was ist im gesamten System von ihr abhängig?

Ich hoffe, Ihnen eine kleine Anregung gegeben zu haben, die Ihnen in möglichst vielen Situationen hilft, vielleicht einfach öfter mal „die Klappe“ zu halten und damit eine bessere Lösung zu finden. Im Stillen können Sie Ihr bisheriges Verhalten weiter nutzen, denn es ist ja immer gut, eine Lösung in petto zu haben.

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Quelle Foto:@pathdoc – Fotolia.com

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