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Politisch denken – systemisch handeln!




 

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Die Anforderungen an Projektmanager/innen steigen in dem Maße, in dem die Komplexität von Projekten zunimmt. Je komplexer das Vorhaben, desto höher sind die Ansprüche an die Führungsfähigkeit der Person, die das Projekt leitet. Denn mit der Komplexität steigen Anzahl, Verschiedenartigkeit und Verwobenheit der sozialen Beziehungen, die gemanagt werden müssen. Eine Fähigkeit wird Projektmanager/innen dabei ganz besonders abverlangt: Politisch denken – systemisch handeln. Was genau heißt das?

In Projekten politisch zu denken bedeutet, dass Sie als Projektleiter/in darauf achten, einen Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen zu ermöglichen. Dies setzt voraus, dass Sie wissen:

  • welche Anspruchsgruppen es überhaupt gibt,
  • welche Interessen bei den jeweiligen Gruppen (wirklich) bestehen,
  • welchen Einfluss die jeweilige Gruppe auf den Projekterfolg hat,
  • in welchen Abhängigkeits- und Wechselwirkungsverhältnissen die Anspruchsgruppen untereinander stehen,
  • welche Rahmenbedingungen (z.B. gesetzliche Regelungen, vorhandene Technologie) ggf. eine Rolle spielen.

Das klingt logisch, ist in der Praxis aber alles andere als trivial. Als Hilfsmittel können Sie mit Systemdiagrammen arbeiten, die die Beziehungen abbilden und so einen Überblick vermitteln. Darüber hinaus benötigen Sie als „politisch denkende/r“ Projektleiter/in aber auch Know-how über:

  • die Dynamik von Machtprozessen und den Umgang mit Machtmitteln
  • die Entstehung, den Verlauf und die Bewältigung von Konflikten
  • die Einführung und Gestaltung von sozialen Regeln

Die Kunst des systemischen Handelns besteht nun darin, die eigenen Aktionen mit Bedacht auf ihre Auswirkungen im Gesamtsystem (Projekt) auszuwählen. Als Projektleiter/in müssen Sie sich im Klaren darüber sein, welche vernetzten Wirkungen aus Ihrem Handeln resultieren können. Soziale Systeme sind nur bedingt steuerbar (wie bedingt, darüber streiten die Gelehrten), doch wer geschickt bestimmte Stellschrauben bewegt und erkennt, welche Dynamiken sich daraus ergeben, hat einen guten Stand und kann gezielt Einfluss nehmen. Im Grunde ist das doch die Aufgabe einer jeden guten Projektleiterin und eines jeden guten Projektleiters: vernetzte Prozesse zu initiieren und mit einander zu versöhnen.

 

 

Quelle Foto: © Benicce – Fotolia.com

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