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http://blog.setzwein.com/2010/11/22/scrum-fusball-oder-olympia/

Neulich konnte ich eine interessante Diskussion rund um das Thema Auflösung von Wissensinseln verfolgen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. In diesem Gespräch ging es darum zu klären, ob in Scrum-Teams eher Spezialisten oder Generalisten eingesetzt werden sollten, um ein gestecktes Ziel erreichen zu können.

Arbeiten lediglich Spezialisten im Team, wird das kaum gelingen, da jedes Teammitglied auf die Erledigung der auf ihn/sie zugeschnittenen Aufgaben fixiert sein wird. An dieser Stelle brachte einer der Diskussionsteilnehmer den Vergleich mit einer Fußballmannschaft auf. Das klar formulierte Mannschaftsziel ist hier der Sieg über das gegnerische Team. Analog zur Softwareentwicklung, wo ein Team aus GUI-Experten, Datenbankspezialisten etc. besteht, hat auch in einer Fußballmannschaft jeder Spieler eine ihm zugewiesene Position, etwa Stürmer oder Verteidiger. Macht es der Spielverlauf notwendig, dass ein Verteidiger im Sturm aushilft, so muss dieser in der Lage sein diese Unterstützung zu erbringen. Genauso sollte es in der Softwareentwicklung laufen, wo es zur Erreichung des Iterationsziels nützlich sein kann, dass ein GUI-Experte auch einmal ein SQL-Skript erstellt, etwa weil der Datenbankexperte gerade anderweitig ausgelastet ist. Sicherlich wird, um beim Fußball zu bleiben, ein Verteidiger wohl nicht zum ultimativen Stürmer. Das ist auch gar nicht notwendig. Es kommt lediglich darauf an, auf anderen Positionen aushelfen zu können, wenn dies der Zielerreichung dient.

Dem Vergleich mit dem Mannschaftssport Fußball widersprach ein anderer Diskussionsteilnehmer vehement. Scrum sei nicht mit einem Fußballspiel vergleichbar, sondern eher mit Olympia, wo jeder Teilnehmer auf seinem Spezialgebiet, also Weitsprung oder Diskuswerfen, Höchstleistungen vollbringt und wo der Medaillenspiegel entscheidet, welche Mannschaft den Sieg davon trägt.

Aus meiner Sicht hinkt der Vergleich mit Olympia, weil die olympischen Wettkämpfe primär die Einzelleistung honorieren, nämlich mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Mit der Mannschaft eine gute Position im Medaillenspiegel zu erreichen ist lediglich ein nachrangiges Ziel.

Zusammengefasst ist und bleibt Scrum ein Mannschaftssport, bei dem jeder Spieler seine Position hat, aber wenn es notwendig ist, auf anderen Positionen aushelfen kann.

 


 

  • http://www.scrum-karriere.de Christian

    Das Beispiel habe ich auch kürzlich auf dem Scrum-Day in Berlin gehört.

    Folgende Geschichte aus meiner Praxiserfahrung: Wir haben ein Team mit Spezialisten und Individualisten. Die Strategie (wenn man es so nennen mag) ist nun, jeder Spieler hat einen Ball (=Story) und stürmt nach vorne um Tore zu schiessen. Dadurch dass dieses Team nun sieben Bälle statt einem hat, schiesst es im Ergebnis mehr Tore als die anderen Teams.

    Natürlich gehen einige Bälle daneben und sie kassieren auch ein paar Treffen. Sprich, die Gesamtqualität ist schlechter. Aber der Output (=Tore=Anzahl akzeptierter Stories) ist höher als bei anderen Teams.

    Was tun? Zu sagen, beim Fussball gibt es eine Regel “Nur ein Ball” ist mir nicht originell genug…

  • Frank Wiczinowski

    Geld allein schießt keine Tore, das hat man am Wochenende wieder im Spiel St.Pauli gegen VFL Wolfsburg gesehen. St. Pauli hat mit Teamgeist und guter Taktik die mit Stars gespickten Wolfsburger klar dominiert und nur durch eine Unachtsamkeit das Gegentor zum 1:1 Ausgleich kassiert. Das Tor für St. Pauli hat kein Stürmer, sondern der Abwehrspieler Markus Thorandt geschossen. Klar, am Ende der Saison wird sich zeigen, ob Teamgeist und eine gute Taktik in der Endabrechnung reicht. Auf der anderen Seite wird wieder mal deutlich, dass 11 super Spezialisten und echte fußballerische Granaten noch kein gutes Team ergeben und den Erfolg garantieren.

    Die Spielregeln kann man natürlich nicht ändern, dann wäre es ja kein Fußball mehr. Jeder bekommt seinen Ball und schießt Tore – das hört sich wie eine Zirkusnummer für den armen Torwart an. Aber über Taktik kann man natürlich gerne diskutieren.

    Die Taktik, dass jeder Spieler (Spezialist) einen eigenen Ball (Story) hat und zum Sprintende abschließt, könnte funktionieren, wenn die Stories völlig unabhängig voneinander und überschaubar sind. Und ob Qualitätseinbußen akzeptabel sind, hängt sicher auch von der Anwendung ab. Was ist, wenn die Spezialisten unterschiedlich gut oder erfahren sind? Denn nicht jeder Spezialist ist auch ein guter Spezialist.

  • http://www.sebastian-schneider.eu/tags/ressourcen/ressourcen-zu-scrum Ressourcen zu Scrum

    [...] Roth schreibt im Setzwein-Blog über Generalisten und Spezialisten im Scrum Team. (Neu [...]

  • http://www.sebastian-schneider.eu/cms/agile/ressourcen-zu-scrum Ressourcen zu Scrum | Sebastian Schneider

    [...] Roth schreibt im Setzwein-Blog über Generalisten und Spezialisten im Scrum Team. (Neu [...]

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