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http://blog.setzwein.com/2011/07/11/scrum-nicht-nur-fur-software/

Scrum zielt in seiner Definition nicht spezifisch auf Softwareentwicklung, sondern eher allgemein auf das Projektmanagement. Es stellt sich daher immer wieder die Frage, für welche Bereich außerhalb der Entwicklung von Softwareanwendungen sich Scrum denn noch einsetzen lässt. Schnell bei der Hand sind  in der Regel Beispiele, bei denen es auf keinen Fall funktionieren kann, z.B. bei der Fertigung eines Chips: Denn sobald einmal die Masken in der Fabrik sind, sei es vorbei mit der schrittweisen Verbesserung im nächsten Schritt. Aber wo genau verläuft die Grenze: Wo könnte Scrum noch funktionieren – und wo nicht mehr?

Um die Frage nach dem Einsatzbereich von Scrum zu beantworten, empfiehlt es sich, auf den Kern von Scrum zu schauen: Es geht um ein iteratives Annähern an die beste Lösung. Dies impliziert ein ständiges Überarbeiten und Erweitern des bereits Erreichten. Und damit wird meiner Meinung nach auch der mögliche Einsatzbereich definiert: Scrum eignet sich für alle Bereiche, die eben diese ständige Überarbeitung erlauben. Im Prinzip gilt dies für jegliche Form von Plänen, Diagrammen, Modellen. Vereinfacht gesagt um immaterielle Güter. Damit wird auch klar, dass sich Schaltungspläne, solange es noch rein virtuelle Pläne sind, sehr wohl iterativ entwickeln lassen sollten. Und natürlich lässt sich mit diesen Beschränkungen Scrum auch im Baugewerbe einsetzen. Ein physischer Chip hat die benötigte Eigenschaft der leichten Änderbarkeit, genau wie ein echtes Gebäude dann aber schon nicht mehr.

 


 

  • http://www.or.so.de I. Diedrich

    Hallo Thomas Lieder
    Das iteratives Annähern als das zentrale Merkmal für scrum scheint mir stimmig.
    Stutzig macht es mich, dass sie dies nur bei immateriellen Gütern sehen. Es stimmt, dass z.B. im Baugewerbe u.a. aufgrund des hohen Zeitdrucks iteratives Annähern kaum anzutreffen ist. Dies ist aber nicht eine prinzipielle Grenze im Baugewerbe bzw. in physischen Projekten.
     
    Es ist durchaus möglich, ein Haus langsam wachsen zu lassen. Also sich gemeinsam mit dem Kunden iterativ annähern. Ähnlich wie ein Künstler, seine physische Skulptur immer wieder ummodeliert bis sie stimmt.
    Mir ist klar, dass dieser Gedanke eher weltfremd erscheint. Mir ist aber auch wichtig, dass die Möglichkeiten der neuen Perspektive tatsächlich ausgelotet werden.
    Viele Grüße
    I. Diedrich

  • http://id-blog.or-so.de/2011/06/30/projektmanagement-planen-sprinten-traumen/leben-vitalitaet ID-Blog » Blog Archive » Projektmanagement: planen, sprinten, träumen

    [...] auf den Menschen diskutiert. Oft wird agiles PM nur auf ‘immaterielle Projekte’ bezogen. Bei Bauprojekten also auf die Planungsphase. Dies ist zu eng. Auch ein Bau kann iterativ wachsen. [...]

  • http://blog.setzwein.com Thomas Lieder

    Hallo Herr Diedrich,

    Sie haben sicherlich recht, ein iteratives Vorgehen sicherlich im Prinzip auch mit “echten” Gegenständen, und damit auch im Baugewerbe, möglich. Die schrittweise Annäherung an ein Ziel impliziert aber auch das ständige Be- und Überarbeiten des bereits Erreichten. Und an diesem Punkt wird es außerhalb der Welt der immateriellen Güter schwierig: Wie soll man ein Haus realisieren, bei dem kurz vor dem Richtfest dem Bauherrn einfällt, dass er doch noch einen Keller haben möchte. Software und andere “weiche” Güter erlauben hier einen – meiner Meinung nach – deutlich größeren Änderungsspielraum.

    Viele Grüße,
       Thomas Lieder

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