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Was ist Komplexität?




 

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Immer wieder begegnet mir in Projekten der Begriff Komplexität. Projektbeteiligte nehmen sie z.B. in Form von technischer Komplexität (Architektur, Schnittstellen von Systemen) oder organisatorischer Komplexität wahr. (z.B. viele Mitarbeiter in verschiedenen organisatorischen Einheiten, viele Unterauftragnehmer mit besonderen Interessen)Häufig führt zu hohe Komplexität zu Problemen im Projekt. In kritischen Projektsituationen wird oft der zu hohen Komplexität die Schuld an einer verfahrenen Situation gegeben. Das entlastet und nimmt die eigene Verantwortung zurück, ohne dass jemand erklären kann, was genau Komplexität überhaupt ist.Eine brauchbare Definition liefert die Kybernetik. Ein System wird dort als komplex bezeichnet, wenn

  • es aus vielen unterschiedlichen Teilen besteht,
  • diese Teile in unterschiedlichen Beziehungen zueinander stehen,
  • sich sowohl Teile als auch Beziehungen zwischen den Teilen verändern und
  • wenn diese Veränderungen auch noch diskontinuierlich erfolgen (also auf einen Schlag).

Schon ein kleines Schachspiel im Mittelspiel ist ein sehr komplexes System: unterschiedliche Teile (Springer, Läufer, König), deren Beziehungen zueinander sich ständig ändern.Wenn Sie über die Komplexität in Ihrem Unternehmen oder Ihrem Projekt nachdenken, stellen Sie sich einfach einmal folgende Fragen: Wo sind die Teile sehr unterschiedlich, wo deren Beziehungen zueinander? Was hat sich (vielleicht sogar diskontinuierlich) verändert und tut dies weiter?Ein Blick mit dem kybernetischen Modell schärft meiner Erfahrung nach den Blick für Veränderungen und die Beziehungen zwischen den Teilen, die oft in Projekten entscheidender sind als die Teile selbst.

Quelle Foto: © Michael Tieck – Fotolia.com

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