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Was ist Muda?




 

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Muda – der Begriff klingt auf Anhieb unsympathisch, und das völlig zu Recht. Denn Muda ist das japanische Wort für Verschwendung. Für das Management in Organisationen ist Muda eine wichtige Größe. Es gehört zu den bestimmenden Mustern des Lean Thinking. Lean Management und Lean Thinking haben als Sammlung von Management-Techniken besonders mit dem Erfolgsmodell Toyota weltweit Bedeutung erlangt. Muda bezeichnet dort jede Form von Verschwendung menschlicher Aktivität. Muda ist das, was in Organisationen Ressourcen verbraucht, ohne dabei einen Wert zu erzeugen. Funktionen eines Systems, die niemals vom Kunden gebraucht werden, zählen z. B. dazu. Auch die Versetzung von Personal zu anderen Standorten gehört dazu, wenn sie keinen Wert erzeugt, ebenso wie Prozessschritte bei der Entwicklung von IT-Systemen, die den Nutzen des Endproduktes nicht erhöhen.

Das Konzept Muda im Lean Thinking unterscheidet drei Typen von Tätigkeiten.

  • Eindeutige Wertschöpfung im Sinne von Nutzleistung, z. B. das Programmieren eines Features, das später von den Anwendern gebraucht wird.
  • Aktivitäten, die keinen Wert erzeugen, aber bei den gegenwärtig eingesetzten Techniken notwendig sind, um eindeutige Wertschöpfung im Sinne von Nutzleistung zu erzeugen. Diese Form von Muda wird auch als Scheinleistung bezeichnet (muda Typ 1). Ein Beispiel aus dem Fertigungsbereich: die Überprüfung einer Schweißnaht auf ausreichende Qualität.
  • Aktivitäten, die keinen Wert erzeugen und direkt vermeidbar sind, wie zum Beispiel Programmierfehler in Softwaresystemen. Diese Aktivitäten werden auch als Blindleistung (muda Typ 2) bezeichnet.

Die Diagnostik von Muda gehört zu den ersten Aktionen, die ich bei neuen Engagements bei meinen Kunden durchführe. Gerade in Turnaround-Situationen hilft die Analyse der Leistungserzeugung unter Offenlegung von Muda, erste Ideen zu entwickeln und einen fest steckenden Karren wieder zum Rollen zu bringen. Aber auch in stabilen Organisationen hilft die Vermeidung von Muda. Denn die gesparten Ressourcen lassen sich besser für Nutzen bringende Aktivitäten einsetzen.

Wenn Sie mehr über Lean Thinking und Muda erfahren möchten, so finden Sie vieles in Womack, Jones: Lean Thinking. Dort sind Techniken beschrieben, wie man der weit verbreiteten Verschwendung Herr werden kann. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Aufspüren von Muda in Ihren Projekten, Abteilungen, Bereichen oder Unternehmen.

 

 

Quelle Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

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