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Mit Fischgräten und Hirnstürmen das Übel an der Wurzel packen




 

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Fischgräten? Hirnstürme? Keine Sorge – hierbei handelt es sich nicht um eine moderne Form von Schamanismus, sondern schlicht um die Kombination von Ishikawa-Diagramm und Brainstorming zur Analyse von Problemen und den ihnen zugrundeliegenden Ursachen.

Qualität aus Japan …

Das Ishikawa- oder Fischgräten-Diagramm, ein sog. Ursache-Wirkungsdiagramm (Cause-and-Effect-Diagram), wurde vom japanischen Chemiker Ishikawa Kaoru bereits 1943 entwickelt als eines der Sieben Werkzeuge der Qualität (Q7). Sein klassisches Einsatzgebiet ist dementsprechend die Analyse von Qualitätsproblemen im Rahmen der Qualitätssicherung in einem Produktionsumfeld, längst wird es aber auch zur Bewertung von Prozessen, zur Root Cause Analysis beim Problem Management oder zur Konfliktanalyse z.B. im Zusammenhang mit Stakeholder Management erfolgreich herangezogen.

Der Mix macht’s …

Zunächst einmal stellt man eine Gruppe von Teilnehmern zusammen, die geeignet erscheint, die Problemanalyse durchzuführen und zu unterstützen. Das können je nach Problemstellung Experten unterschiedlicher Fachbereiche, Anwender, Projektmanager, usw. sein – wichtig ist, die Kompetenzen so zu mischen, dass die Betrachtung des Problems aus unterschiedlichen Perspektiven erfolgt.

Ein Fisch muss her …

Die Visualisierung des Fischgräten-Diagramms kann computergestützt mit Hilfe einer Mind Mapping Software, auf einem Flipchart oder einfach auf einem großen Blatt Papier erfolgen. Im Kopf des Fisches wird die Kurzformulierung des zu untersuchenden Problems eingetragen, von der Mittelgräte zweigen die Haupteinflussgrößen als Gräten ab (siehe Abb. unten).

Jede Menge Ms, Ps und Ss …

Klassische Haupteinflussgrößen sind die sog. 4M (Mensch, Maschine, Material, Methode) bzw. 8M (zusätzlich Milieu, Management, Messung, Money), andere oder äquivalente Begriffe sind z.B. Prozesse, Umwelt, Ausrüstung/Equipment, Kompetenzen/Fähigkeiten. Gute „Starthilfen“ sind auch McCarthy’s 4 Ps of Marketing oder das McKinsey 7S Framework. Die Anzahl und genaue Begrifflichkeit der zu betrachtenden Haupteinflussgrößen sind variabel und sollten von der Gruppe im Problemkontext festgelegt werden.

Hirnstürme und Fischgräten …

Ziel ist jetzt, im Rahmen eines Brainstormings alle möglichen Haupt- und Nebenursachen des zu untersuchenden Problems zu erarbeiten. Die gefundenen Punkte ordnet man den Haupteinflussgrößen in Form von weiteren Gräten zu, die dann in der Folge je nach gewünschtem Detaillierungsgrad weiter verästelt bzw. „vergrätelt“ werden. Im Ergebnis könnte ein Ishikawa-Diagramm z.B. so aussehen:

Das Übel an der Wurzel packen …

Nun ist es fast geschafft! Nur noch das Ergebnis auf Vollständigkeit prüfen („Haben wir etwas vergessen?“) und eine Gewichtung/Priorisierung vornehmen:

  • Welche mögliche Ursache ist die wahrscheinlichste?
  • Haben wir den Root Cause wirklich gefunden oder doch nur einen Nebeneffekt?
  • Welche Ursachen sollte man weiter verfolgen und genauer untersuchen?

Und schließlich: Ein Aktionsplan für die Next Steps muss unbedingt festgelegt werden!

 

Quelle Foto: © dedMazay – Fotolia.com

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